Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Und ich bin immer noch in New York. Noch nie war ich so nah dran am nach Hause gehen wie dieses Jahr. Es war ein Jahr mit ups and downs. Ein Jahr, das mich wie kein anderes verändert und geprägt hat. Ich habe Alina gehen sehen müssen und Hilfe und Unterstützung von einigen Leuten bekommen, was mich schliesslich davon überzeugt hat, hier zu bleiben.
Januar 2014 war schon ein harter aber toller Monat. Alina und ich haben die Tage gezählt, bis sie wieder nach Deutschland musste. Wir haben sie genossen, wie keine anderen. Das ist wohl der hardest part, wenn man als au pair in ein anderes Land geht, und beschliesst, einfach mal da zu bleiben. Ich habe in meinen GENAU 2 Jahren und 11 Monaten heute, viele Menschen kommen und gehen sehen. Viele good byes haben mich zu tränen gerührt, und ich war so unfassbar dankbar, dass ich diese Leute kennen lernen durfte. Au pair sein heißt nicht nur in ein fremdes Land zu gehen und auf Kinder aufzupassen. Es heisst, sein Leben total zu verändern. Sich anzupassen und zu lernen, alleine im Leben klar zu kommen. Freundschaften wurden geschlossen, die ein Leben lang halten werden.
Im Februar kam dann der Tag, wovon wir uns wirklich gefürchtet haben, und viele Tränen schon Wochen/Monate vorher vergossen haben. Noch ein letztes Mal hiess es feiern. Ein letztes Mal anstossen, auf die wundervolle Zeit. Ein letztes Mal $1 Pizza & New Yorker subway. Dann war sie auch schon weg. Und die große Frage kam auf, warum ich überhaupt noch hier bin? Alina hat sicherlich am meissten Einfluss darauf gehabt, dass ich überhaupt verlängert habe. Ohne sie wäre ich in Deutschland. For sure. College lief auch nicht so toll. Habe mich mal wieder ums transfern gekümmert, da ich mir einfach nicht mehr vorstellen konnte, wie das Level so weit unten im Keller sein kann bei meinen Business classes, und alle sich trotzdem beschweren, wie viel work es denn ist. Allein meine beiden Honors classes sind der Grund, warum ich nicht abgebrochen habe. Im Februar kam dann auch die Entscheidung, im Sommer nach Hause zu fliegen. Ein Jahr Monroe war enough.
Dann kam der März. Honors Conference. Eigentlich war die Entscheidung ja gefallen. Und eigentlich sollte ich mit der Honors Conference auch nichts am Hut haben, ausser die PowerPoint Presentation. Bis dann die Email von meinem Prof kam, ob ich denn nicht meine presentation on F. Scott Fitzgerald vorstellen möchte, da die so gut war als ich das vor der class gemacht habe. Ja sicher, ist klar. Ich also mich seelisch darauf vorbereitet vor versammelter Mannschaft mein Bestes zu geben. Ich war nervös wie weiss ich nicht was. Und es war einfach so toll. Auch fast 9 Monate später, ist es immer noch unglaublich, wie dieser eine Abend alles verändert hat. Zum ersten Mal war mir bewusst, dass ich doch super viele Leute am College kenne. Zum ersten Mal habe ich eine big presentation gegeben. Alle, die mich kennen wissen, dass ich es früher gehasst habe. Ich war so glücklich an diesem Abend. Am Montag darauf, kam dann in der Küche auf einmal der spontane Gedanke, dass ich doch weiter hier bleiben will und was denn passiert, wenn ich das visa in Deutschland nicht bekomme? Von da an war es Gefühlschaos pur. Viele Menschen haben versucht, mir zu helfen. Aber im Endeffekt kam es doch auf meine 2 Professoren an, die mir klar gesagt haben, dass sie denken, dass ich hier bleiben sollte, da ich es nur bereuhen würde, wenn ich alles aufgebe. Ich sollte hier bleiben und meine Chancen dann auch nutzen. Hat mich so ziemlich beeindruckt alles.
April 2014. Second Semester is over. Die Monroe Bubble droht zu platzen und ich will doch nur noch nach Hause? Nicht ganz. Weiter in Monroe involved, auch wenn ich das Semester off war. Den Eltern beibringen, dass ich in den nächsten 3 Jahren wohl eher nicht in Deutchland vorbeischauen werde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Freunde es immer noch nicht so ganz verstanden haben, dass ich wirklich nicht zurückkomme erstmal.
Im May wurde dann auch der Rückflug gecancelt. Das Gefühl als ich ihn gebucht hatte, war unglaublich. Das canceln auch. Auf einmal war es also alles entgültig, und die Frage kam auf, ob ich wirklich stark genug bin, um das ganze durchzustehen. Mental und finanziell. Ende May ist Alina auch endlich wieder back in der hood! Das altgewohnte Feier Leben hatte uns wieder!Wie toll!
Im Sommer dann ist nichts wirklich passiert. Leben in der City genossen, meine time off, und hin und her kalkuliert, wie ich mir doch mein zukünftiges Leben hier finanzieren will. Von meiner alten Gastfamily bin ich auch weggezogen. Ein apartment in Westchester zu finden ist (1) fast unmöglich, und (2) nicht finanzierbar. Hier wieder unfassbare Hilfe meiner 2 Profs. Bis heute kann ich es nicht verstehen, wieso sie mir so geholfen haben, und es immer noch tun. Durch sie habe ich dann auch meine jetzige Bleibe in New Rochelle gefunden, nahe am College und in einer guten Gegend. Zudem wurde ich noch President vom Honors Program. Wie ich da geschafft habe - es bleibt ein Rätsel!
Im September ging es dann endlich an die west coast um meine Eltern und Schwester nach fast 2 Jahren wiederzusehen. Und es war schon komich. Ich war es einfach so gewohnt, alleine zu sein. Auf keinen Rücksicht zu nehmen und das zu machen, was ich wollte. Ich hatte für 2 Jahre ein einfach komplett anderes Leben. Meine Eltern wollten natürlich die 9 Tage, die sie mit mir hatten geniessen. Wir haben viel gesehen, und einmal mehr habe ich mich in Utah verliebt.
Sonntag abend back from Las Vegas, arrived at JFK at 5, back to New Rochelle, back to Monroe. 40 Stunden wach. Kein Witz. Das neue Semester sollte besser werden, ich sollte mehr gefordert werden und und und. Und es fing auch härter an als sonst " This is a real college class. People have lost their 4.0 because of me". Yes, strike. Should I take that risk? Yes, I did.
October 2014. Schon ein bisschen schwerer diese Business Law class, aber machbar. Die einzige class, die mich überhaupt challenged. Der Rest meiner business classes ist leider wie immer ein Witz. Am 10/25 stand dann für mich einer der größten events des Jahres an. 10th Anniversary of the Honors Program at Monroe. 2 Wochen vorher hatte ich dann die brilliante Idee, dass man unsere current chair person ( einer der profs, die mir so geholfen hat) auch ehren sollte. Vergeblich habe ich versucht, eine richtige speech durchzuringen, es sollte ein toast werden. Fine with me. Zudem sind wir noch in jede der Honors classes gegangen und haben alle unterschreiben lassen. Jeder hat was nettes geschrieben. Und sollte ich jemals Lehrerin oder irgendwas in der Art werden, dann würde ich mir so was wünschen. Menschen wissen gar nicht mehr, wie sehr ihre Art und ihre Arbeit geschätzt wird. Vor den ganzen Menschen zu reden, war auch weniger ein Problem. Ich fang halt von 0 an ;) Der Abend war auf jeden Fall ein voller Erfolg, sie hat ich mega gefreut, und ich bin mir sicher, dass ich mich in vielen Jahren noch daran zurück erinnern werde.
November. Bum. Shit. Got hit by a car while riding my bike. Grade von Wicked zurück, wurde ich frontal erfasst. Natürlich pretended ich bin ok und alles. Nächsten Tag in den ER. Bruises und Knie ist leicht damaged, aber sonst mal wieder wie so oft in America Glück gehabt. 2 Mal war ich mittlerweile im Emergency Room, 2 mal war es nicht mein fault, und 2 Mal bin ich echt mit einem blauem Auge wieder herausgekommen. Social Life = 0.
December. Meine Meinung über Monroe hat während dieses Semesters stark gelitten. Ich kann mir nicht vorstellen, warum die Amerikaner denken, dass diese education enough ist. Meine Entscheidung nach meinen Associate's zu transfern, ist damit auch gefallen. Ich hätte meine business classes teachen können. Und ich hätte es wohl teilweise noch besser machen können. Der einzige Grund, der mich am Monroe hält, ist mal wieder Honors. Sonst wäre ich schon lange weg. Finals waren ein Witz. Überall wieder ein A. Keine Kunst. Mittlerweile freue ich mich auch nicht mehr so, wie ich es letztes Jahr gemacht habe. Zweifel, ob meine Entscheidung die richtige waren, sind auch erstmals da. Es ist schwer gleichaltrige Amerikaner in Westchester kennen zu lernen. Ja, am Monroe kenne ich super viele Leute und die sind ja auch alle cool und nett. Aber an mein social life in Germany kommt es einfach nicht heran. Die Entscheidung ist auch getroffen worden, dass ich Monroe 2015 in Gettysburg, Pennsylvania vertreten darf. University of Wisconsin oder University of Minnesota sind gerade hoch im Kurs fürs transfern. Meine Associate's Graduation werde ich am June 9th in der Radio City Music Hall haben. Ich freue mich! Morgen werde ich mit Leonie und Mario Christmas feiern. Unser Tag sieht so aus: Breakfast. Wine. Movies. Church. Wine. Christmas Carols. Dinner (Indian). More Wine. Movies. Wine. Church.
Ein Traum oder?
Zusammendfassend kann ich nur sagen, dass ich wieder mal so unfassbar viel Glück dieses Jahr hatte. Ich kann es wirklich nicht mehr selber glauben, was mir schon alles passiert ist. Ich bin so dankbar für gewisse Menschen, die 2014 in mein Leben getreten sind und ohne die ich nicht mehr hier wäre. Ich bin weiter gewachsen und hoffe auf ein noch besseres 2015.
An alle ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2015.

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